How Big Is Too Big?

At Mr. Lih’s numbers-heavy talk, one woman stood up and said she answered mail to Wikipedia and was struck that people “have an emotional connection to Wikipedia – we need to sustain it and reproduce it.”

“Why don’t women feel comfortable to contribute?” she asked.

Could it be, she asked in Spanish-accented English, “less women is connected to the fact we are very cold and not as emotionally connected?”

Everyone agreed she had a good point and moved on to the next question.

Gelesen in: The New York Times, Noam Cohen über die gerade beendete Wikimania.

(elya)

Dann schreib’s doch einfach dazu, wo’s hingehört. Jeder darf hier etwas ergänzen.

Schau ich doch grade auf den Kalender, und ich erinnere mich an den August 2003. Ich war noch nicht so lange in Köln, und es war dieser brüllend heiße Sommer, die älteren unter uns erinnern sich vielleicht noch… Ich surfte entspannt durchs Web und suchte wohl irgendwas zu John Irving. Was ich fand, war dann diese komische Website, wo es hieß „jeder darf hier mitschreiben“. Nee, sowas kenn ich – das schreiben sie, und dann sind sie doch ein eingeschworenes Grüppchen und wollen unter sich bleiben. Erst mal schauen. Wirklich ein Edit-Button? Hm. Ich melde mich mal an, der olle vierbuchstabige Nick wird’s auch hier tun.

Was steht denn da so im Handbuch? Oh, ein Rechtschreibfehler. Und dann ist da dieser Bearbeiten-Knopf. Naja, hier kann ich ja nicht viel falsch machen, also einfach mal probieren:

Elyas erster Edit.
Elyas erster Edit.

OK, das hat tatsächlich geklappt. Wo wollten wir nochmal hin? Achja, John Irving. Da steht dann leider nicht so viel, wie ich mir als eingefleischter Irving-Fan gewünscht hätte, und ich belasse es bei ein paar Korrekturen und einem Diskussionsbeitrag. Nein, entgegen Julianas Theorie der ersten Edits galt der nächste nicht meine Heimatstadt, aber es zog mich zu meiner Passion, der Ukrainischen Sprache. Der Artikel war nun wirklich noch ziemlich mager, und das Thema ist nicht so trivial, daß man einfach loslegt. Also, erst mal auf der Diskussionsseite etwas anmerken. Und dann passierte dies:

elyaseinstiegsdroge

Tja, und das habe ich dann in den nächsten Tagen gemacht, und der Rest ist Geschichte.

Ich brauche wohl nicht betonen, daß mich dieser Einstieg geprägt hat: ich wurde schlicht unkompliziert und freundlich in die Community aufgenommen und konnte problemlos loslegen (und weitermachen). Gut, ich hab vorher einen Blick ins Handbuch geworfen, das damals nicht mehr als ein paar Bildschirmseiten hatte.

Was ist denn nach den 6 Jahren Wikipedia, in denen ich zur Kölner Stammtischmutti wurde, die Kölner Sakral-Kunstgeschichte für mich entdeckt habe, mehr Bibliotheken von innen gesehen habe als jemals in meinem abgebrochenen Studium, und schließich auch meine RL-Liebe fand, noch offen?

  • Tilman Berger endlich mal treffen, der mir mit seiner sachlichen Freundlichkeit meinen Akademikerkomplex abgewöhnt hat (realistisches Ziel)
  • Endlich den Kölner Dom exzellent schreiben (wird wahrscheinlich doch bis zur Rente dauern)
  • Wieder zurückfinden zu der unkomplizierten, freundlichen Art, Newbies in die Community aufzunehmen (vermutlich illusorisches Ziel, aber weil keiner von Muttis Blogbeiträgen ohne Moral ist …)

 

(elya)

Freuden der Bildsuche, oder: raus aus der Ecke

In den letzten Tagen habe ich mich seit langem mal wieder auf meiner Lieblings-Review-Seite bei den Geistes- und Sozialwissenschaftlern rumgetrieben und meinen Senf zu den ein oder anderen Artikeln abgegeben. Dabei stieß ich auf Alineas Artikel zu Marion Gräfin Dönhoff, versehen mit dem sinngemäßen, leicht frustrierten Review-Kommentar: „Kandidatur lohnt nicht, ich krieg trotz allerlei Bemühungen kein Bild von ihr, und ohne macht es keinen Spaß“.

Da nun im Dezember der 100ste Geburtstag der Gräfin ansteht, die 2002 verstorben ist, und uns ein guter Artikel dazu gut anstünde, war der Jagdeifer geweckt. Im Bundesarchiv gab es zwar einige Bilder der Dönhoff, aber keins davon war bisher auf Commons gelandet. Aber: die dort genannten Fotografen hatten wir durchaus schon mit Kategorien auf Commons versehen. Die Wahrscheinlichkeit, daß das Bundesarchiv also eine entsprechende Lizenzvereinbarung auch für andere Bilder hatte, und wir diese einfach noch nicht bekommen hatten, war nicht gering.

Marion Gräfin DönhoffEine kurze Mail an Mathias Schindler, den Chef unserer „Bildbefreiungsarmee“, der das Anliegen an unseren Ansprechpartner Dr. Oliver Sander beim Bundesarchiv weitergab, und die Sache fluppte: gestern Mail raus, heute morgen vor dem Frühstück schon drei Fotos der Gräfin im Postfach. Und das, obwohl sich Mathias grade in höherem Auftrag in mehreren anderen Zeitzonen rumtreibt…

Oliver Sander zeigte sich in der Vergangenheit öfter mal begeistert von unserer (i.e. „Wikipedias“) Schnelligkeit – dieses Lob kann ich heute doppelt und dreifach zurückgeben: Danke!

Mein Fazit: Die Möglichkeiten der Zusammenarbeit mit dem Bundesarchiv sind längst nicht ausgeschöpft, das wiederum ist vielen in der Community nicht bewußt. Andererseits sind viele von uns so in eigenen Projekten, Portalen, alltäglichen Frustdiskussionen eingesponnen, daß sie die Möglichkeiten im Gesamtprojekt nicht sehen. Mal abgesehen davon, daß die Transparenz und Informationsfülle in Wikipedia gegen Unendlich gehen könnte, und immer noch würde nicht jeder alles mitbekommen, wie auch…?

Das positive Feedback, das heute für die verhältnismäßig kleine Aktion kam, hat mir jedenfalls wieder gezeigt, wie Wikipedia richtig Spaß machen kann, wenn man gelegentlich mal aus seiner Ecke rauskommt.

(elya)