Eine Lanze für den Medienbetrachter

Mschatta-Fassade (Pergamonmuseum)Seit einigen Wochen gibt es den neu entwickelten Medienbetrachter in der Wikipedia. Beim Klick auf ein Bild in einem Wikipedia-Artikel wird das Bild groß vor schwarzem Hintergrund dargestellt, unten hereinscrollend finden sich die wichtigsten Informationen.

Mit persönlich gefällt der Medienbetrachter, obwohl noch Luft nach oben im Design ist. Insbesondere bei vielen Bildern in einer Commons-Kategorie kann ich mir bequem die Fotos anschauen, ohne jedes mal eine neue Seite/einen neuen Tab zu öffnen.

Diplomatische Ehren

Gestern wurde ich auf den Tweet des ukrainischen Außenministers

Botschafter Pawlo Klimkin

Pawlo Klimkin aufmerksam gemacht:

Зробили мені зауваження про якість фото в Твіт. Я якось фотосесії ніколи не робив. Тому гугльнув і взяв фото з Вікіпедії. Нехай буде таке.

Mein ukrainisch ist leider bis auf 2-3 Worte nicht vorhanden, aber die Aussage war klar: Der Außenminister hat mein Foto von sich, bei einem Besuch 2013 in Köln aufgenommen, nun als Twitter-Profilbild verwendet.

Outer-Space und Innenansichten

Bundeskunsthalle

Vergangenes Wochenende fand die Wikipedia-Schreibwerkstatt Outer Space in der Bundeskunsthalle statt. Wie es zu dieser von mir mitinitiierten Veranstaltung kam, ist im Blog der Bundeskunsthalle nachzulesen sowie in einem früheren Blogbeitrag: “Wie erhalte ich die Deutungshoheit in den sozialen Medien (zurück)?”

Als Wenig-Schreiber aber Viel-Fotografierer habe ich die Gelegenheit genutzt, bei wunderschönem Maiwetter bessere Fotos von dem Gebäude zu machen. Die ersten Bilder sind schon bearbeitet und nach Wikimedia Commons hochgeladen und in der Dokumentation eingebaut. Weitere werden folgen, bin aber diese und nächste Woche sehr eingespannt und viel unterwegs. Als krönenden Abschluss gab es am Sonntagnachmittag noch eine Architektur-/Backstage-Führung von einem ehemaligen Mitarbeiter, der uns mit höchster Begeisterung die hohe architektonische und handwerkliche Qualität des Gebäudes von Gustav Peichl zeigte.

Bereits eine Woche vorher hatte ich vor Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Bundeskunsthalle sowie befreundeter Institute einen gut besuchten Vortrag über die Anwendung freier Lizenzen gehalten. Natürlich auch unter dem Aspekt, dass es doch klasse wäre, wenn auch die Institute unter freier Lizenz veröffentlichen würden :-) Das Vortrags-PDF findet sich auf Wikimedia Commons.

Später im Jahr folgen noch Fotoaktionen zur Outer-Space-Ausstellung.

Fazit: Ein toller Kontakt in die Kultur und viel Freude bei der Arbeit mit hoch motivierten Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, die Freies Wissen schätzen und unterstützen.

Mein Dank geht auch an Barbara und Lilli von Wikimedia Deutschland, die die Schreibwerkstatt organisatorisch 1a unterstützt haben.

Warum ich auf Creative Commons Version 4 umstelle

Creative Commons-Logo

Ende 2013 wurde die Version 4 der Creative Commons-Lizenzen veröffentlicht. John Weitzman, Projektleiter Recht für Creative Commons Deutschland, fasste die wesentlichen Änderungen in einem Blogbeitrag auf irights.info zusammen: Creative Commons in Version 4.0 verfügbar: Was sich ändert und was nicht.

Nachdem John letztes Wochenende das deutschsprachige Support-Team über CC4 informierte und auch sonst Rede und Antwort stand, habe ich mich entschieden, meine eigenen Fotos auf Wikimedia Commons künftig (auch) unter CC4, konkret CC-BY-SA-4.0, zu lizenzieren.

Entscheidende Argumente für mich sind:

4. Neue Heilungsfrist bei Lizenzverstößen

Bisher führte selbst ein versehentlicher Lizenzverstoß dazu, dass die jeweilige CC-Lizenz für den verstoßenden Nutzer entfiel. Nun wurde eine Klausel eingefügt, die es ähnlich auch in anderen Standardlizenzen gibt und die die Lizenz automatisch wieder aufleben lässt, wenn der Verstoß innerhalb einer Frist von 30 Tagen nach Bekanntwerden abgestellt wird.

und

6. Namensnennung auch auf verlinkter Seite möglich

Die laut jedem CC-Lizenztyp erforderliche Angabe, wer Urheber bzw. Rechteinhaber eines CC-lizenzierten Werkes ist (die Bedingung “BY”), wurde etwas vereinfacht. So kann ab 4.0 nun immer per Link auf eine weitere Seite verwiesen werden, die die vollständigen Rechteangaben enthält, wodurch in vielen Anwendungsfällen Platz gespart werden kann, ohne die Rechteinformationen verloren gehen zu lassen.

(Zitate aus dem verlinkten Blogbeitrag)

Punkt 4 bedeutet also, dass bei heilbaren Lizenzverstößen (also in der Regel Onlinenutzungen) das mehr als lästige Abmahnwesen eingeschränkt werden kann. Ich wünsche mir, dass CC4 als Standardlizenz für Wikimedia Commons gelten wird.

Und Punkt 6 erleichtert im Onlinebereich die lizenzkonforme Nachnutzung. Ein Link auf die Dateibeschreibungsseite bei Wikimedia Commons reicht nun aus.

Nun stand ich vor dem Problem, dass ich die bisher vergebenen Lizenzen nicht zurückziehen darf. Die Anzahl der Infokästchen auf einer Dateibeschreibungsseite wäre also um ein weiteres Kästchen gewachsen. Mir ist aber eine übersichtliche Darstellung wichtig (jaja ich weiß, es ist immer noch viel zu tun).

Die Lösung: Etwas Vorlagenmagie :-) Die „alten“ Lizenzen CC3 und GFDL, für die sich vermutlich nur 0,00001 % der Nachnutzer interessieren, sobald die CC4 vorhanden ist, habe ich in ein ausklappbares Element gepackt.

Sie bleiben also – fürs Auge unsichtbar – erhalten, sind somit für Nachnutzungstools/API noch auslesbar.

Als Beispiel für die Umsetzung muss eines meiner Lieblingsbilder herhalten:

Die Skyline von Köln an einem regnerischen Tag

Ich freue mich über Kritik und Hinweise, wie man es noch besser und übersichtlicher machen kann.