„Wie erhalte ich die Deutungshoheit in den sozialen Medien (zurück)?“

Auf Grund einer Anfrage an Wikimedia Deutschland wurde ich als Sprecher auf die Tagung „Kulturelles Erbe digital – Bedingungen und Perspektiven“ des Prometheus-Bildarchivs in Kooperation mit der Pausanio Akademie und dem Hochschulbibliothekszentrum NRW eingeladen.

Die Folien zu meinem Vortrag „Kulturelle Einrichtungen & Wikipedia: Eine Symbiose?!“ sind auf Wikimedia Commons zu finden.

Zwei Themen habe ich angesprochen: Den „Wikipedia in Residence“ sowie die Zusammenarbeit zwischen kulturellen Einrichtungen und der Wikipedia-Community in Form von Bildspenden, genau genommen der Freigabe von Bildern unter einer freien Lizenz.

Fazit meines Vortrages: Alle lieben Wikipedia, aber die von den (in der Regel aufgeschlossenen) Mitarbeitern der Kultureinrichtungen überbrachten Aussagen über das Kirchturmdenken ihrer Direktoren/innen („das sind MEINE Bilder“) *) passen noch nicht ganz zueinander –> Viel Überzeugungsarbeit weiterhin.

Auf der Tagung traf ich auch einen Wikipedianer wieder, der mich im Juli zu einer internen (daher nicht darüber gebloggt) Fortbildungsveranstaltung einer großen rheinischen Kultureinrichtung eingeladen hatte. Er berichtete mir, dass mein Vortrag zum Nachdenken und Handeln im Hause geführt hat. Das gibt Hoffnung und zeigt mir: Wir (Wikipedianer) müssen noch viel mehr in die Welt hinaus und Vorträge halten. Von alleine passiert gar nix!

Wie passt nun der Titel dieses Blogbeitrages hier hinein? Die Frage stammt aus einem anderen Vortrag auf der Tagung und zeigt eines der typischen Probleme, mit der wir es in der Kulturlandschaft zu tun haben: Die Angst vor dem Verlust der Deutungshoheit über die Inhalte, sobald sie die hochehrwürdigen Spären der Museen usw. verlassen.

Achja, am Vorabend der Tagung, ich hatte gerade das PDF zu meinem Vortrag erstellt, kam ein Blogbeitrag der Wikimedia Foundation herein: Swedish Museums freely sharing images from their collections

Als ich den Blogbeitrag gelesen und mir die Bilder angesehen hatte, war ich wie elektrisiert: 19.000 hoch aufgelöste Scans von Glasnegativen, Gemäldefotos und Objektfotos im verlustfreien TIFF-Format. Ein tolles Vorbild einer Bildspende, die ich sofort in meinen Vortrag eingebaut habe.

Raymond.

*) Im Verlaufe des Tagung wurde übrigens mindestens zweimal offensichtlich, dass die Kultureinrichtungen den Ablauf des Urheberschutzes, die bekannten 70 Jahre pma, durchaus kennen und damit rechnen. Dann haben die (lästigen, geldgierigen) Erben nichts mehr zu sagen und erst dann sind es IHRE Bilder.

Oder vielleicht doch UNSERE Bilder?

2 Kommentare

  1. […] Vergangenes Wochenende fand die Wikipedia-Schreibwerkstatt Outer Space in der Bundeskunsthalle statt. Wie es zu dieser von mir mitinitiierten Veranstaltung kam, ist im Blog der Bundeskunsthalle nachzulesen sowie in einem früheren Blogbeitrag: “Wie erhalte ich die Deutungshoheit in den sozialen Medien (zurück)?” […]

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