2. GLAM-Vernetzungstreffen

Am 31.8./1.9. fand das zweite Vernetzungstreffen der deutschsprachigen Wikipedia-GLAM-Community statt. GLAM steht für Galleries, Libraries, Archivs, Museums, kurz gefasst: Alle kulturellen Institutionen.

Ich habe daran teilgenommen, genau wie beim 1. Treffen in Kaufbeuren im Frühjahr 2013, da ich mich in Köln um die Zusammenarbeit mit den hiesigen kulturellen Einrichtungen bemühe. Alles in allem ein Prozess, der sehr viel Geduld erfordert. Wikipedia im allgemeinen ist mittlerweile weitestgehend anerkannt. Es gibt keinen Museumsdirektor oder Kurator, der für eine schnelle Informationen oder einen Einstieg in eine Recherche nicht Wikipedia nutzen würde. Also eigentlich sehr gute Voraussetzungen: Man mag uns :-)

Aber der Wunsch nach einer Zusammenarbeit muss durch eine nicht immer übersichtliche Hierarchie getragen werden, und da ist das Warten manchmal auch frustrierend. Es ist daher tröstlich zu hören, dass es anderen Wikipedianern in anderen Städten auch nicht besser geht. Naja, genau genommen wünsche ich natürlich jedem Wikipedianer, dass es woanders schneller gehen würde :-)

Wie auch immer: Es tut gut, sich mit den Mit-Wikipedianern austauschen zu können, dazu haben dann noch Barbara, Lilli und Katja von der Wikimedia Deutschland-Geschäftsstelle in Berlin die ersten Ideen für den Jahresplan 2014 vorgestellt. Einige sehr spannende Ideen sind darunter. Ich möchte hier noch nicht zu viel verraten; noch wurde er nicht verabschiedet.

Und es gibt noch einen Grund, warum ein reales Treffen wichtig ist: Missverständnisse sind sehr viel schneller aus der Welt. Beispielsweise gab es im Jahresplan eine – aus meiner und anderer Teilnehmer Sicht – recht ungeschickte Formulierung, die für böses Blut hätte sorgen können. Es ging dann fünf Minuten etwas emotionaler in der Diskussion weiter, Barbara hatte aber direkt Gelegenheit zu erklären, wie sie es meinte. Gemeinsam wurde nach einer Alternative gesucht. Dann war der Drops gelutscht. On-Wiki hätten mit Sicherheit 10 (un)beteiligte Wikipedianer wieder drölfzig Bildschirmseiten vollgeschrieben …

Nachdenklich stimmte mich, dass ich mittlerweile von mehreren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern aus verschiedenen Bereichen der Geschäftsstelle gehört habe, wie viel Zeit für die Jahresplanung „drauf geht“. Zeit, die für produktive Arbeit fehlt. Ich weiß, dass man nicht über 40 Mitarbeiter/innen einfach so vor sich hinwerkeln lassen kann und dass es vielfältige Anforderungen an Planungen, auch durch die WMF, gibt. Ich weiß auch, dass ich kein guter (strategischer) Planer bin und daher meine Sichtweise vielleicht unfair ist. Aber besteht hier nicht trotzdem nicht noch Luft nach oben?

Für den Sonntag hatte Marcus Cyron eine Kuratorenführung durch das Museum August Kestner organisiert. Dr. Christian Loeben, Leiter der Ägyptologischen Sammlung, führte uns durch das gesamte Museum und das Magazin. Ein feines Museum in einem architektonisch sehr schönen Gebäude. Auch an dieser Stelle nochmals: Danke, Dr. Loeben.

Mein Dank geht hier auch an das Team Communitys von Wikimedia Deutschland, das wie gewohnt bei Community-Veranstaltungen meine Reisekosten übernimmt.

 

Ein Kommentar

  1. Danke für den Bericht. Ich finde es immer wieder spannend, etwas über die Aktivitäten in Deutschland zu hören. Auch habe ich mich gefreut, dass ihr euer Blog wieder in Betrieb genommen habt. Herzliche Grüße aus Kalifornien!

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